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Gratis die Welt entdecken

19. Januar 2019 Autor: Sibylle von Kamptz

Mit Zuschüssen für die Reisekasse ermöglichen europäische Institutionen Jugendlichen einen kostenlosen Urlaub.

Wer die Welt entdecken möchte, der braucht eine Portion Mut und Eigeninitiative – und das nötige Urlaubsgeld. Ein paar Hundert Euro Zuschuss sind da immer willkommen. Bei diesen sechs Organisationen können sich Jugendliche um ein Stipendium bewerben.

Die Europäische Union (EU) plant ein Geburtstagsgeschenk für alle Jugendlichen, die 2019 18 Jahre alt werden: Unter dem Motto „Discover EU“ können sie sich um ein kostenloses Interrail-Ticket bewerben und damit 30 Tage lang ganz Europa bereisen. Ziel ist es, europäische Kulturen und Traditionen zu entdecken. 27 000 Travel-Pässe wurden 2018 in zwei Runden – im Juni und im Dezember – verteilt. Für Deutschland standen – abhängig von der Bevölkerungszahl – knapp 2000 Tickets zur Verfügung. Auch in den kommenden Jahren soll das Programm fortgeführt werden.

Erzählen per Theaterstück

Ob Naturschutzprojekt in Australien, Englischunterricht in Marokko oder Theater-Workshops in Brasilien: Der Verein Experiment vergibt mehrere Stipendien in Höhe von maximal 2000 Euro. Gefördert werden Freiwilligenarbeit im Ausland ebenso wie interkulturelle Ferienprogramme, Au-pair-Aufenthalte und Schüleraustausch. Wer sich bewirbt, muss sein Interesse unter Beweis stellen, indem er ein persönlich konzipiertes Projekt durchführt. Dies kann zum Beispiel ein Vortrag in der Schule oder eine Aktion in der Kirchengemeinde sein.

Seit 1956 finanziert die Stiftung ZIS Auslandsaufenthalte von Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren. Allerdings darf für die mindestens vierwöchige Studienreise kein Euro über den Betrag des Stipendiums hinaus verwendet werden – das sind derzeit 600 Euro. Wer nun mit dem besten Freund auf Tour gehen will und für die Anreise auf eine Billigfluglinie setzt, der kommt nicht weit: ZIS-Reisen werden allein unternommen und es gehört auch dazu, „sich der Distanzen bewusst zu werden, die zwischen Heimat und Gastland liegen – der Land- oder Seeweg ist dafür besser geeignet“, heißt es in der Ausschreibung. Außerdem müssen die Teilnehmer während der Tour ein selbst gewähltes Studienthema bearbeiten und dies schriftlich oder auch als Dokumentarfilm, auf einer Website oder in einem Theaterstück präsentieren. So befassten Jugendliche sich bereits mit dem Zusammenleben von Serben und Albanern im Kosovo oder mit den Auswirkungen der Brexit-Debatte auf das Leben von Jugendlichen in Liverpool.

Die ZIS-Idee geht auf den französischen Verein Zellidja zurück. Mut, Eigeninitiative, Neugier und Französischkenntnisse sind auch hier Voraussetzung, um an den vergleichsweise hohen Betrag von 900 Euro für eine mindestens vierwöchige Reise zu kommen, die auch nach Madagaskar, Marokko oder Estland führen kann. Wer einen besonders guten Abschlussbericht abliefert, der darf noch einmal auf Tour gehen und bekommt dafür sogar 1100 Euro. Bewerben können sich 16- bis 20-jährige Jugendliche, die in einem Land ihrer Wahl ein selbst gewähltes Thema recherchieren.

Den europäischen Gedanken will die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa fördern. 600 Euro stehen Jugendlichen zwischen 18 und 27 Jahren zur Verfügung, um einen drei- bis sechswöchigen Aufenthalt in einem europäischen Land zu finanzieren. Neben diesem klassischen Stipendium gibt es noch einen zweiten Weg, Europa zu erkunden: In Kooperation mit der Deutschen Bahn unterstützt die Stiftung Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren mit einem Interrail Global Pass. Das Ticket im Wert von gut 400 Euro gilt in 30 europäischen Ländern, einschließlich Russland und der Türkei. Engagement ist auch hier Bedingung.

Frankreich-Fans sollten beim Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) vorsprechen. Das DFJW will jungen Menschen bis 30 Jahre die Möglichkeit geben, ihr Nachbarland besser kennenzulernen. Dies ist im Rahmen vielfältiger Programme möglich – etwa bei einem „Stipendium für ein ausbildungsbegleitendes Praktikum“ oder unter dem Motto „Ferienjob in der Partnerstadt“. Bezahlt werden je nach Angebot Zuschüsse zu den Fahrt-, Aufenthalts- und Programmkosten oder ein Taschengeld.

Einen Überblick über weitere Stipendien bietet der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. 1450 Angebote sind in der Datenbank stipendienlotse.de aufgelistet.© Mannheimer Morgen, Samstag, 19.01.2019

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